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Qualitative Marktforschung - Die etwas
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Der Streit schwellt schon einige Zeit. Welche der traditionellen Strömungen der Marktforschung, quantitative oder qualitative Formate, stellt die bessere Entscheidungsgrundlage für Marketing-Verantwortlichen dar? Die quantitative Forschung spricht den Ergebnissen qualitativer Methoden grund-sätzlich jegliche Validität ab und verbannt sie in das Reich des investigativen Journalismus. Anwender qualitativer Methoden wiederum bewerten Resultate quantitativer Techniken oft als seicht, oberflächlich und – im besten Fall – als irreführend. Dem Renommee der Marktforschung als Ganzes ist dies nicht unbedingt zuträglich, gleichzeitig bieten Aussagen und Wertungen dieser Art jedoch auch die Möglichkeit, sich mit den weniger bekannten qualitativen Formaten der Marktforschung auseinander zu setzen. Warum qualitative Methoden?In der Regel hat man in Marketingabteilungen mit Auswertungen von (mehr oder minder) repräsentativen quantitativen Studien (z.B. über das Instrument der standardisierten Befragung) zu tun, die die Grundlage für Briefings von Werbeagenturen und für In-vestitionsentscheidungen bilden. Was man im Rahmen der Beurteilung der Ergebnisse jedoch leicht übersehen kann, ist der Umstand, dass den Erhebungsformaten und –inhalten stets fertige Theorien über das Funktionieren der Welt zugrunde liegen. Diese Theorien werden oft ohne weitere Anpassung an den aktuellen Kontext angewandt, so dass – auch ohne Berück-sichtigung möglicher negativer Einflüsse des Erhebungsdesigns auf das Ergebnis (z.B. durch überlange Fragebögen) – potenziell Informationen generiert werden, die keine ideale Handlungsgrundlage mehr darstellen. Abb 1: Systematik der Methoden
Qualitative Methoden der Marktforschung [Abb.1] erfassen im Gegensatz dazu das Verhalten, die Erfahrungen und die Gefühle der Probanden explizit vor dem aktuellen Hintergrund (Kontext). Über ihre beiden historischen Wurzeln im Bereich der Tiefenpsychologie und der Sozialpsychologie gelingt im Rahmen qualitativer Erhebungs-formate ein relativ umfassender Blick auf das Weltbild und die Entscheidungssituation der Befragten. Die eingesetzten Methoden sind im Vergleich zu quantitativen Ansätzen sensibel genug, um Nuancen in den Einstellungen und Motiven von Konsumenten zu unterscheiden. Das Problem liegt hier eher in der Verdichtung bzw. der Zusammenführung der gewonnen Informationen. Wichtige Gründe für einen intensiveren Einsatz von qualitativen Methoden im Rahmen der Marktforschung1. Wenn spezifische Anforderungen an die MAFo-Ergebnisse gestellt werden: Immer dann, wenn Informationen speziell über Verhaltensweisen von Konsumenten im Zusammenhang mit ihrem (sozio-kulturellen) Umfeld benötigt werden, etwa im Bereich von Werbeagenturen (z.B. Informationen über sprachliche Codes) 2. Wenn es um die Gewinnung sensibler Informationen geht: 3. Wenn Werte oder innere Motivationen aufgespürt werden sollen: 4. Im Falle komplexer Sachverhalter: 5. Der Versuch, Phänomene in ihrer Gesamtheit zu sehen und analysieren: Ziel des qualitativen Ansatzes ist die umfassende Erkundung eines Phänomens (z.B. die spezifische Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel). Dabei geht es um die Erzeugung eines kompletten Bildes des Konsumentenverhaltens und um die Herstellung von Beziehungen zwischen den einzelnen, teilweise überlagerten Erfahrungsebenen der Probanden. 6. Um eine neue Theorie des Verhaltens einer (Ziel-) Gruppe zu entwickeln: Grundlegend neue Erkenntnisse über Verhaltensmuster von Konsumenten in bestimmten Entscheidungssituationen sind durch quantitative Methoden eher nicht zu erwarten. Die tiefer gehende Exploration im Rahmen der qualitativen Marktforschung (mehrere Erfahrungsebenen des Konsumenten) hingegen ermöglicht die Weiterentwicklung und Bildung von Theorien über Marktphänomene bzw. ihr Zusammenwirken. Fokusgruppen –
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![]() Fokusgruppen: "Hinter die Fassade blicken..." |